Nach Feuerland und zurück - Im Wiener-Walzer-Schritt

02.03.2016 23:59

 

 

06.02.2016 - Heute flogen wir zum Ende der Welt: Feuerland. Mit einem Ohrwurm von Keimzeit im Kopf tanzten wir im Wiener-Walzer-Schritt durchs Haus und packten schnell unsere Rucksäcke. Wir hatten sehr viel Zeit zum Flughafen eingeplant, denn wir wussten nicht, wie die Busse Samstagmorgens fahren. Fahrpläne gibt es ja keine. Wir haben einen Bus herausgesucht, welcher fast vor unserer Haustür abfuhr und uns zum Flughafen bringen sollte. Wir mussten auch nicht lange auf ihn warten. Beim Einsteigen fragten wir vorsichtshalber nochmal, ob er auch wirklich zum Flughafen fährt. Der Busfahrer antwortete mit "Nein". Na super. Aber er sagte uns auch, dass wir im Zentrum in einen Bus umsteigen können, der wirklich zum Flughafen fährt. Ich bat den Busfahrer, uns dort Bescheid zu geben. Wir verfolgten unsere Busfahrt durch die Stadt auf Google Maps. Erleichtert stellten wir nach einer Stunde Fahrt dann fest, dass wir doch schon sehr nah am Flughafen waren, als der Busfahrer uns an seiner Endstation herausschmiss und uns sagte, welchen Bus wir nun nehmen müssen. Für die kurze Strecke schnappten wir uns aber einfach ein Taxi und kamen so überpünktlich am Schalter an, um dort unsere großen Rucksäcke abzugeben.

Zum Abflug war noch etwas Zeit und wir kauften uns Wasser und Medialunas (kleine süße Hörnchen, die haben wir echt vermisst). Als wir dann starteten, staunten wir nicht schlecht. Mendoza war komplett grün. Als wir vor (fast genau) einem halben Jahr hier gelandet sind, war alles braun und karg. Nachdem wir die Wolkendecke durchflogen haben, erblickten wir die schneebedeckte Bergkette der Anden. Eine wunderschöne Aussicht. Uns stand eine lange Reise bevor. Wir saßen in einem Linienflug nach Rio Gallego und machten in Neuquén und Comodoro Rivadavia jeweils eine Zwischenlandung, wo dann Leute aus- und einstiegen. Das Flugzeug war sehr klein, es gab auf jeder Seite zwei Sitzplätze. In Rio Gallego stiegen wir dann in einen Flieger nach Ushuaia. Die Landschaft unter uns verwandelte sich nun von einer grauen Buschlandschaft in ein Gebirge. Fasziniert beobachteten wir sich schlängelnde Flussläufe, Sümpfe, Seen und schließlich flogen wir über eine schneebedeckte Bergkette in die Bucht von Ushuaia. Weit unter uns erblickten wir eine kleine Stadt und sahen auf einer kleinen Halbinsel auch eine Landebahn. Da mussten wir irgendwie herunter. Die Bucht war nicht zu groß, aber wir flogen einen ausreichend großen Bogen und steuerten dann im rechten Winkel die Landebahn an. Diese erstreckte sich komplett über die kleine Halbinsel, vorne und hinten Wasser. Von einem Moment auf den anderen waren wir nicht mehr weit oben im Himmel, sondern ganz kanpp über dem Meer. Kurz bevor wir aufsetzten, zog der Pilot die Maschine noch herum und vollzog eine perfekte Landung. Wir waren total fasziniert von dieser Landung und überhaupt von der ganzen Landschaft. Selbst Caro fand, dass es eine klasse Landung war, aber war nun ganz froh, endlich wieder am Boden zu sein. Da wir ja nun kein Hostel hatten und keine Busse mehr in den Nationalpark fuhren, schnappten wir uns wieder ein Taxi und nannten dem Fahrer einen Campingplatz im Nationalpark, welchen wir vorher herausgesucht hatten. Unser Zelt war natürlich wieder dabei!

Unterwegs hielten wir an einem kleinen Laden und konnten so Wasser und ein paar Snacks kaufen. Am Parkeingang mussten wir wieder Eintritt bezahlen. Für Ausländer 260 Peso (ca. 17 €). Nationale Studenten bezahlten 30 Peso (ca. 2 €). Wir fragten den Taxifahrer, ob wir vielleicht diesen Studentenrabatt erhalten, da wir ja in Mendoza studieren, unsere Studentennachweise hatten wir auch dabei. Er nahm diese an sich, meinte, wir sollen nix sagen (damit man nicht unseren Akzent hört) und belatscherte die Ticketverkäuferin. So bezahlten wir nur 30 Peso.

Auf dem Campingplatz empfing uns eine sehr peppige Inhaberin mit einem rauhen Lachen. Auch hier fragten wir, ob es für Studenten günstiger sei und erzählten ihr die Geschichte vom Parkeintritt. Sie lachte wieder rauh und meinte: "Wenn ihr in Mendoza studiert und ein Visum habt, dann seid ihr Argentinier für mich" und schrieb auf unsere Rechnung auch direkt argentinisch als Nationalität. Wir zahlten jeder 75 Peso pro Nacht, dann suchten wir einen Platz für unser Zelt. Die Duschen waren nur von 13-14 Uhr geöffnet (wieder eine sehr seltsame Zeit) und auch der kleine Laden hatte schon geschlossen. Da waren wir ganz froh, dass unser Taxifahrer nochmal an dem Laden hielt und wir so wenigstens Wasser, Kekse und die Reste von unserer Reiseverpflegung hatten (ein bisschen Toastbrot, ein paar Scheiben Sandwichkäse und Kräcker aus dem Flugzeug).

Der Campingplatz befand sich in einem wunderschönen Wald an einem See. Der Boden war sehr feucht, es roch nach Erde und alles war sehr grün. Wir fühlten uns fast wie daheim. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr wir im trockenen staubigen Mendoza unsere Wälder in Deutschland vermissen, die frische feuchte Luft, der Geruch nach Erde und die Ruhe. Das gab es hier plötzlich alles am Ende der Welt und das in einer unglaublich schönen Landschaft aus Bergen, Seen und Wäldern. Nachdem unser Zelt stand, erkundeten wir ein wenig die Umgebung. Die letzten Tagestouristen fuhren mit den Nationalparkshuttles aus dem Nationalpark und langsam kehrte Ruhe ein. Nicht weit vom Campingplatz gab es ein Nationalparkzentrum, dort würden wir auf jeden Fall etwas zu essen bekommen. Aber erst morgen, heute lebten wir von unseren Resten.

Dafür suchten wir uns einen Platz am See und beobachteten in der Dämmerung die vielen Vögel. Wir planten die nächsten beiden Tage ein wenig um. Eigentlich hatten wir eine Bootsfahrt im Beagle-Kanal geplant, aber die war sehr teuer und wir waren ja nun im Nationalpark und nicht in Ushuaia. Wir beschlossen, einfach ein paar Tage Wandern zu gehen, da würden wir viel von der Landschaft sehen. Da es langsam frisch wurde, machten wir uns auf den Rückweg, es war aber nach wie vor nicht dunkel. In Peru und Bolivien dauerte die Dämmerung maximal eine halbe Stunde, 30 min nach Sonnenuntergang war es stockdunkel. Hier im Süden dauerte es merklich länger. Die Sonne ging ca. neun Uhr unter und halb zwölf war es immer noch nicht dunkel. Wir verkrochen uns in unsere Schlafsäcke, mittlerweile war es sehr kalt. Die anderen Camper machten Lagerfeuer und Asado, da waren wir schon ein bisschen neidisch. Aber sie kamen auch alle mit Auto und konnten so die leckeren Sachen mitbringen.

07.02.2016 - Wir hatten beschlossen, heute auszuschlafen. Die Nacht war sehr frisch und der Boden unter dem Zelt feucht, es war etwas kalt. Am Morgen wurden wir von einer Schar Touristen geweckt, die scheinbar direkt neben unserem Zelt eine ausschweifende Erläuterung zu irgendeinem uralten Baum und einer Blume lauschten. Wir krochen irgendwann aus unserem Zelt und staunten nicht schlecht. Horden an Touristen wurden aus Kleinbussen gekippt, die hier an geführten Touren teilnahmen.

Wir machten uns auf den Weg zum Nationalparkzentrum, um dort zu frühstücken. Auch hier war viel los, aber wir bekamen eine Karte vom Nationalpark und schauten uns das Museum über die Geschichte der Ureinwohner Feuerlands an. Diese lebten hier nackt und ernährten sich vom Fischen, Jagen und Beeren sammeln. Um sich gegen die Kälte zu schützen, rieben sie sich mit Robbenfett und Walfischtran ein. Als Magellan die nach ihm benannte Magellanstraße auf dem Weg zu den Molukken durchquerte, beobachtete er abends die flackernden Feuer der Ureinwohner und benannte dieses Stück Erde danach. Durch die Besiedlung und Kolonialisierung im 19. Jahrhundert wurden viele der Ureinwohner getötet oder starben an den eingeschleppten Krankheiten. Viele Schafzüchter (die argentinische Regierung erschloss die großen Grasflächen Patagoniens und Feuerlands für die Schafzucht) setzten ein Kopfgeld für den Abschuss von Indianern aus. Heute sind die Völker ausgestorben, lediglich einige wenige Angehörige des Volkes Kawesqar leben heute noch in Chile.

Wir machten uns mit unserer neuen Karte auf den Weg zur Bahía Lapataia. Wir wanderten entlang schmaler Pfade durch eine wunderschöne Seenlandschaft. Aber ab und zu kreuzten wir doch die stark befahrene Nationalparkstraße, ein Schotterweg, auf dem die vielen Kleinbusse die Touristen von A nach B brachten. Auf einer Brücke untersuchten wir eine Falle für den Fischfang, welche nicht sehr umweltfreundlich war. Der gesamte Querschnitt war abgezäunt, sodass die Fische definitiv in einem Käfig landeten, wo sie dann herausgefischt wurden. Wir befanden das als sehr unökologisch, denn eine Durchlässigkeit ist in diesem Gewässer somit nicht mehr gegeben.

Auf dem Weg machten wir einen  Abstecher zur Laguna Verde, ein grüner See. Wir trafen auch einen Fuchs, der weder scheu noch zutraulich war, ihm waren die Touristen wohl ziemlich egal, solange sie ihn in Ruhe ließen. Einen kleinen süßen Hasen sahen wir auch. An der Bahía Lapataia genossen wir die Aussicht auf die Meeresbucht und malten uns aus, wie es wäre, an einer Forschungsreise in die Anarktis teilzunehmen. Die war ja nun nicht mehr sooo weit...

Wir machten uns aber auch bald auf den Rückweg, um am Campingplatz noch etwas zu Essen zu bekommen.  Wir machten einen kurzen Umweg zur Laguna Negra. Auf dem Weg dorthin lasen wir die Informationstafeln, laut denen es sich nicht wirklich um eine Laguna (einen See), sondern einen "turbal" handelte. Wir hatten keine Ahnung, was das ist. Das nächste Schild erläuterte die Entstehung eines "turbals" (durch Ablagerungen von abgestorbenen Pflanzenresten) und wir lasen Wörter wie "Sauerstoffmangel" und "bakterielle Aktivität". Unsere Augen leuchteten...das kam uns bekannt vor...das musste Torf sein. Wir flitzten zum See und unsere Vermutung wurde bestätigt. Es war eine Art Torfsee, man konnte am Grund die Pflanzenreste erkennen und das Wasser leuchtete schwarz.

Zurück am Campingplatz kauften wir uns Pizza und Salat. Die Pizza hoben wir uns für den nächsten Tag auf, wir planten eine Wanderung auf den Cerro Guanaco, ein hier bekannter Berg. Als das die Verkäuferin im Souvenirshop hörte, fragte sie uns, ob sie mit uns mitkommen könnte. Wir hatten da schon ein wenig geplauscht und erfahren, dass sie aus Peru kommt. Sie war ganz begeistert, dass wir auch schon in Peru waren und freute sich, endlich mal auf den Cerro Guanaco zu wandern. Die Inhaberin des Campingplatzes bat uns, uns in ein Buch zur Abmeldung einzutragen und uns bei der Rückkehr wieder dort anzumelden. Wir mussten sogar eine Notfallnummer angeben. So wird abgesichert, dass alle heil wieder zurückkommen. Da wir für die Wanderung den ganzen Tag benötigen würden, verabredeten wir uns mit der Peruanerin um acht vor dem Restaurant vom Campingplatz. Und wir erwähnten nebenbei, dass wir nicht zu lange auf sie warten können, da wir am nächsten Abend nach Ushuaia zurückfahren wollten. Sie versprach uns, pünktlich zu sein.

08.02.2016 - 8:05 Uhr warteten wir am ausgemachten Treffpunkt auf die Peruanerin. Zum Früshtück gab es ein Stück Pizza. Natürlich war die Peruanerin noch nicht da. Wir beschlossen, bis halb neun auf sie zu warten und weil sie dann nach wie vor nicht da war, wanderten wir ohne sie los. Es regnete leicht, vielleicht ist das hier ja automatisch ein Grund, nicht zu kommen. Wir liefen ein kleines Stück am See entlang, mit einem tollen Bergpanorama im Hintergrund. Dann bog ein Weg ab mit einem Hinweisschild, dass der Weg sehr schwierig ist. Und das war er auch. Er verlief fast gerade den Berg hinauf und war dementsprechend steil. Wir schnauften und keuchten. Aber wir liefen durch einen grünen Urwald, der ständig sein Aussehen wechselte. Es gab viele Bäche und tiefen Schlamm, den wir auf abenteuerlichen Wegen zu umgehen versuchten.

Als wir die Waldgrenze erreichten und auf eine große Feuchtwiese gelangten, konnten wir unser Ziel schon sehen. Und den Weg dort hinauf...der war noch steiler als bisher. Der Weg verlief durch ein Schotterfeld und man musste auf dem schmalen Weg gut auf seinen Tritt achten. Wir hörten ein seltsames Geräusch und entdeckten bald eine Gruppe Guanacos. Diese leben hier wohl auch und geben dem Berg seinen Namen. Ein Tier passte auf die Gruppe auf und meckerte jeden Wanderer an, der sich an ihnen vorbei schleppte. Das Rufen klang wie ein stotternder Motor beim Anlassen. Wir waren irgendwie nicht so fit und der Gipfel wollte einfach nicht näher kommen. Wir hatten auch nicht unsere in Peru erworbenen Stöcke dabei...schlecht. Aber wir erreichten dann doch den Gipfel innerhalb der für den Aufstieg angegebenen vier Stunden und die Aussicht ließ uns den mühsamen Aufstieg vergessen. Rundrum schroffe schneebedeckte Berggipfel, unten grüne Wälder und vor uns die Meeresbucht und Ushuaia. Wir entdeckten die Halbinsel, auf der wir gelandet waren. Ein kleiner Fuchs bettelte um Essen und bekam ein bisschen von unserer Pizza ab. Wir stellten fest, dass es hier oben Internetverbindung gab. Das war ganz gut, denn wir konnten uns seit zwei Tagen nicht mehr melden, da es im Nationalpark keine Internetverbindung gab. Da haben sich dann doch schon einige Sorgen gemacht...

Nach ca. einer Stunde begannen wir mit dem Abstieg und er war wegen dem steilen Weg genauso mühsam wie der Aufstieg. Auf dem Campingplatz scharten sich wieder Touristen an unserem Zelt, um Baum und Pflanze zu begutachten. Wir verdrückten uns ins Restaurant, meldeten uns wohlbehalten zurück und tranken erstmal ein Bier. Die Peruanerin trafen wir nicht. Wir packten unser Zelt zusammen, kauften Karten für den Bus nach Ushuaia und warteten dann auf diesen. Wir hatten während unserer Anreise beim Umstieg in Rio Gallego für diese Nacht noch ein Hostel für einen annehmbaren Preis buchen können. Bzw. für jeden eins. Denn es gab leider nur noch jeweils ein Bett in Mehrbettzimmern in den Hostels und wir würden die Nacht in getrennten Unterkünften verbringen. Das war sehr traurig, aber wir brauchten mal wieder eine Dusche. Wir kauften schnell noch ein bisschen ein und dann verabschiedete ich Caro an ihrem Hostel und wir verabredeten uns für den nächsten Morgen.

Ich zog alleine weiter zu meinem Hostel. Ich musste eine Weile suchen und entdeckte dann Caros Namen auf einem Zettel in einem Fenster (sie hatte das Hostel für mich gebucht). Da stand nirgends dran, dass es ein Hostel ist. Ich trat ein und traf auf einen älteren Herrn, ebenfalls ein Gast. Und er war Deutsch! Er zeigte mir eine Tafel, wo stand, in welchem Zimmer ich schlafe. Anmelden sollte ich mich dann am nächsten Morgen. Ich ging schnell duschen und plumpste ins Bett. Im Internet (wir hatten ja endlich wieder welches) fand ich ein Zweierzimmer in einem anderen Hostel für die nächste Nacht und buchte es, nachdem Caro zustimmte. Von meinen Mitbewohnern habe ich nichts mitbekommen, so fest habe ich geschlafen. Sie sind nach mir gekommen und vor mir gegangen.

09.02.2016 - Am nächsten Morgen schrieb mir Caro schon besorgt, ob alles ok ist. Sie hatte eine Mail bekommen, die sagte, dass sie nun Stornierungsgebühren bezahlen muss, weil ich mich nicht angemeldet habe. Aber da war der Hosteleigentümer schon bei mir am Bett und wir hatten das geklärt...dachten wir. Später mussten wir feststellen, dass wir nun trotzdem Stornierungsgebühren bezahlt haben, da wir das Zimmer über Booking.com gebucht haben und die eben keine Bestätigung vom Hostelbetreiber erhalten haben, da er ja am Abend zuvor nicht mehr anwesend war. Das war blöd.

Ich traf mich mit Caro und wir brachten unsere Sachen zum neuen Hostel. Nie wieder wollten wir getrennt schlafen, es war für uns beide eine triste einsame Nacht :( . Wir bummelten durch Ushuaia und suchten nach einem Anbieter, der uns eine Bootstour zum Kap Hoorn anbietet. So etwas gab es leider nur als 4-tägige Kreuzfahrt für 1000 €. Das war uns zu teuer. Wir fragten nach einer Fährverbindung nach Puerto Wiliams. So etwas gibt es nicht, sagte man uns in der Touristeninformation. Wir schauten im Internet und fanden Fährverbindungen. Wir mussten schmunzeln. Puerto Williams ist ein chilenischer Ort, welcher südlich von Ushuaia liegt. Ushuaia bzw. Argentinien ignoriert diesen Ort und wirbt für sich als südlichste Stadt der Welt. Ein Grund dafür ist, das Puerto Williams nach chilenischem Recht keine Stadt ist. Für Argentinien existiert Puerto Williams nicht. Als ich das in Mendoza im Freundeskreis (trotz Warnung im Reiseführer, dieses Thema nicht anzusprechen) mal erwähnt habe, reagierten sie zum Teil wie erwartet...Puerto Williams ist keine Stadt, also ist Ushuaia die südlichste Stadt der Welt. Punkt.

Ein weiteres Thema, welches man nicht im falschen Licht ansprechen sollte, sind die Falklandinseln. Diese sind eine Inselgruppe östlich von Feuerland und zum größten Teil von Briten bewohnt. Als die Schafwollproduktion langsam an Bedeutung gewann, erhob Argentinien Ansprüche auf die Inseln, die geografisch zu Südamerika gehören. 1982 besetzte Argentinien die Inseln und zettelte so den Falklandkrieg an, den sie aber haushoch verloren. 2013 fand ein Referendum über die Zugehörigkeit statt, nachdem Argentinien aufgrund vermuteter Ölvorkommen immer wieder Ansprüche erhoben hat. 99,8 % stimmten für den Verbleib bei Großbritannien (es sind ja größtenteils Briten, die dort leben). Im Hafen von Ushuaia entdeckten wir ein Schild, welches das Einfahren von Schiffen unter britischer Flagge verbietet. Wir überlegten auch, unsere ganzen Reisepläne auf den Kopf zu stellen, auf der Queen Mary 2, die gerade im Hafen lag, anzuheuern und mit in die Antarktis zu fahren.

Wir blieben aber doch bei unserem alten Plan und gingen Essen. Dort stellten wir wieder fest, wie fad die argentinische Küche ist und vermissten das leckere abwechslungsreiche Essen aus Peru. Nach der Siesta kauften wir Tickets für die Weiterfahrt nach El Calafate für den nächsten Tag und Bustickets von dort zum Gletscher Perito Moreno. Ich erstand einen Sombrero aus Leder und wir kauften noch ein paar andere kleine Andenken. Da es den Nachmittag regnete, gingen wir dann zurück zum Hostel und packten unsere Sachen.

Liebe Grüße,

Lisa